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Tinnitus


Tinnitus kommt von lat. „tinnire“, was klingeln bedeutet. Damit wird jede Art von Ohrgeräusch oder Kopfgeräusch bezeichnet. Die Geräusche werden ganz unterschiedlich beschrieben, als Brummen, Pfeifen, Zischen, Rauschen; die Geräusche können tief-, mittel-, hochfrequent oder kombiniert sein. Der tschechische Komponist Bedrich Smetana hat seinen Tinnitus z. B. als As-Dur-Septakkord beschrieben.
Tinnitus ist eine akustische Wahrnehmung ohne äussere Schallquelle. Man unterscheidet zwischen objektivem Tinnitus – die Schallquelle (z.B. Blutfluss bei Gefässanomalie) ist innerhalb des Körpers  und subjektivem Tinnitus – nur der Betroffene kann die Ohrgeräusche wahrnehmen, da es keine innere Schallquelle gibt.
Tinnitus wird je nach Dauer in akut (bis 3 Monate), subakut (> 3 bis 12 Monate) und chronisch (> 12 Monate) eingeteilt.
Der Schweregrad wird am bestem mit dem Tinnitus-Fragebogen nach Göbel und Hiller bestimmt. Die Einteilung erfolgt in leichtgradig (0 – 30 Punkte), mittelgradig (31 – 46 Punke), schwergradig (47 – 59 Punkte) und schwerstgradig (60 – 84 Punkte). Ab einer mittelgradigen Belastung sollte eine Psychotherapie erfolgen. Bei schwer- oder schwerstgradiger Belastung ist die stationäre Therapie in einer Tinnitusklinik angezeigt.
Die Lautheit des Tinnitus liegt meistens zwischen 5 und 15 Dezibel über der Hörschwelle des Betroffenen. Bestimmte Verstärker können das Ohrgeräusch in der subjektiven Wahrnehmung lauter erscheinen lassen. Dazu gehören: Negativer Stress, Müdigkeit, Lärm, Rückenbeschwerden, Kiefergelenksbeschwerden.
Jeder Tinnitus, der nicht kurzfristig von selbst wieder verschwindet, erfordert eine gründliche ärztliche Abklärung. In den meisten Fällen liegt eine Schädigung des Innenohrs vor. Tinnitus kann durch ständige oder plötzliche Lärmeinwirkung, durch einen Hörsturz, Viruserkrankungen oder einen Morbus Ménière ausgelöst werden.  Häufig ist Stress Auslöser für einen Tinnitus. Selten ist Tinnitus Symptom für eine organische Störung der zentralen Hörbahn. Probleme mit der Halswirbelsäule oder im Zahn-Kiefer-Bereich, innere Erkrankungen wie Hypertonie, Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen können auslösende oder verstärkende Ursachen sein. Alle seltenen schwerwiegenden Ursachen müssen ausgeschlossen werden. Für die Betroffenen ist es wichtig zu wissen, dass der Tinnitus kein Anzeichen einer bedrohlichen Krankheit ist.
Akuter Tinnitus kann sich von selbst wieder zurückbilden. Die kurzfristige Therapie, die in der Regel wie beim Hörsturz mit Cortison und durchblutungsfördernden Medikamenten erfolgt, soll die Heilungschance um etwa 20% erhöhen.
Bei chronischem Tinnitus ist eine dauerhafte Heilung im Sinne eines Ausschaltens des Tinnitus bisher meistens nicht möglich – weder durch Medikamente, noch durch alternative Heilverfahren wie z. B. eine Akupunktur. Hingegen wird durch die Tinnitus-Bewältigung in der Tinnitus-Retraining-Therapie, durch eine Psychotherapie und Hörtherapie das Leiden am Tinnitus gemindert, oft völlig beseitigt, die Lebensfreude wieder gefunden.

Literaturempfehlung:
Gerhard Göbel: Tinnitus und Hyperakusis. Hogrefe (2003)
Bernhard Kellerhals, Regula Zogg: Tinnitus-Hilfe. Karger (2004)
Helmut Schaaf, Hedwig Holtmann: Psychotherapie bei Tinnitus. Schattauer (2002)

     
     
     
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